Hessischer Bildungs- und Erziehungsplan

Zur Zeit befinde ich mich in der Qualifizierung zur Multiplikatorin des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplans, die im Frühjahr 2020 abgeschlossen sein wird.

 

Für das Modul 2 „Der Schlüssel zur Welt: Sprache, Kreativität, Kunst und Musik“ können Sie bereits Termine ab April 2020 mit mir vereinbaren.

 

Das Modul umfasst voraussichtlich 3 Tage á 6 Zeitstunden.

 

Das Modul wird zur Zeit neu konzipiert; ein aktualisierter Ankündigungstext wird so bald wie möglich veröffentlicht

Sprachliche Bildung - alltagsintegriert, ganzheitlich und individuell

Sprachliche Bildung ist ein Schlüsselprozess im pädagogischen Alltag, der in allen Situationen und für alle Kinder und in allen Bildungsbereichen wichtig ist. Pädagogische Fach- und Lehrkräfte sowie Kindertagespflegepersonen erwerben Wissen und Kompetenzen, die es ihnen ermöglichen, sprachliche Bildung als durchgängiges Prinzip im Alltag zu verstehen und die kindliche Sprach- und Literacyentwicklung auf vielfältige Weise zu unterstützen. 

 

Ziel dieser Fortbildung ist, alltagsintegrierte sprachliche Bildung sowie sprachsensiblen Unterricht einzuordnen und von anderen gezielten Sprachfördermaßnahmen im Elementar- und Primarbereich sowie der Sprachheilförderung abzugrenzen. Zudem soll deren Miteinander eingeschätzt werden.

 

Eine zentrale Rolle nimmt das Sprach- und Interaktionsverhalten der pädagogischen Fach-und Lehrkräfte untereinander und mit den Kindern ein. Beobachtung und Dokumentation der sprachlichen Kompetenzen der Kinder ermöglichen eine Sensibilisierung für sprachliche Entwicklungsprozesse und dienen der Einschätzung der sprachlichen Kompetenzen und Lernfortschritte des einzelnen Kindes. Die Anerkennung der jeweiligen sprachlichen Möglichkeiten eines Kindes dient als Ausgangspunkt zur Planung und Gestaltung sprachlicher Bildungsprozesse, in dem das Kind mit seinen Interessen und seinem Wissen im Mittelpunkt steht. Mehrsprachigkeit wird als durchgängiges Prinzip sprachlicher Bildung von Kindern verstanden. Die Herkunftssprache(n) als erste Sprache(n) des Kindes sind für die kognitive und sozial-emotionale Entwicklung des Kindes elementar. Ein lebensweltbezogener Zugang zum Lernen und zur deutschen Sprache ist dabei besonders wichtig für Kinder mit Fluchterfahrung.

 

Im Hinblick auf Bildungspartnerschaft und Netzwerkbildung erleben Kinder in den verschiedenen Bildungsorten Vielfalt und zeigen je nach Kontext ihrer Handlungen und Interaktionen unterschiedliche Seiten ihrer sprachlichen Kompetenzen. Sie sind deshalb darauf angewiesen, dass die Erwachsenen miteinander kommunizieren und sich aufeinander beziehen. Sowohl der Aufbau einer tragfähigen Beziehung auf Augenhöhe mit den Eltern als auch der Austausch auf professioneller Ebene nehmen deshalb bei der Stärkung der sprachlichen Kompetenzen der Kinder einen hohen Stellenwert ein. Alle Fach- und Lehrkräfte, sowie Sprachexpertinnen und Sprachexperten eines Tandems (Vorlaufkurse u.a.) sollten deshalb an diesem Modul beteiligt sein.


Quelle: beb.hessen.de